United Airlines (UA/UAL)

Ende 2004 gab Continental Airlines, der Vorgänger von United Airlines, bekannt, ab Juni 2005 täglich die Strecke New York/Newark – Hamburg zu fliegen. Hamburg war eines der ersten Ziele einer Expansion nach Kontinentaleuropa mit der Boeing 757-200, welche für dieses Segment recht spät in ihrem Lebenslauf entdeckt wurde. Nach Frankfurt war Hamburg zu der Zeit das zweite deutsche Ziel von Continental, Berlin wurde mit Start im Juli 2005 als dritte Destination bekannt gegeben.

Die Route wurde, derzeit einziger Nonstop-Flug von Hamburg in die USA, direkt gut angenommen. Im ersten Jahr erreichte man bereits eine Auslastung von ca. 80%. In den Wintermonaten wurde die Strecke auf fünf wöchentliche Flüge reduziert.
Im Sommer 2006 kündigte Emirates an, ab Oktober täglich auf der Strecke Hamburg – New York fliegen zu wollen, daraufhin wurde die Strecke das erste mal „totgeredet“. Allen Unkenrufen zum Trotz entwickelte die Route sich weiterhin gut, das Wachstum wurde höchstens ausgebremst. Am Ende war es entgegen der Erwartungen Emirates, welche die Strecke wieder einstellten (mehr dazu im Emirates-Artikel). In den Folgejahren schaffte Continental es, die Auslastung im Jahresschnitt auf um die 90% zu bringen.

Auch wurde im Frühjahr bereits eher, im Herbst länger täglich geflogen und die Frequenz im Winter auf sechsmal wöchentlich erhöht. Der Flugzeugtyp blieb nach wie vor bei der 757-200, welche mittlerweile übrigens neue Kabinen und Winglets erhalten hatten. In den Wintermonaten war es oft eine Herausforderung, die Strecke zu betreiben. Durch den starken Jetstream mussten Sitze blockiert werden. Trotzdem war es oft nötig, einen außerplanmäßigen Tankstopp in St. Johns, Bangor oder anderen Orten einzulegen, weil das Maximum an Reichweite ausgereizt wurde. Newark – Hamburg gehörte zu den längsten 757 Routen überhaupt.

Ende 2009 wechselte Continental von der SkyTeam Allianz in die Star Alliance. Ein zweites Mal wurde die Verbindung “totgeredet”. Die berechtigte Befürchtung war, dass Lufthansa ihren neuen Partner die Fluggäste lieber über Frankfurt, München oder andere Hubs routen lassen möchte.
Dies geschah jedoch nicht, der Flug bekam Lufthansa und Air Canada Codeshare Flugnummern und konnte in Folge ein paar Prozentpunkte mehr Auslastung aufweisen. Es war nun möglich, Flüge von Newark über Hamburg beispielsweise nach Warschau oder Stuttgart zu buchen, was auch angenommen wurde.

Im Jahr 2010 fusionierte Continental Airlines mit United Airlines, wobei der Name der zweiteren beibehalten wurde. Für Hamburg änderte sich nichts weiter, außer dem Namen am und im Flugzeug.
Im Jahre 2015 optimierte United ihr Transatlantik-Netzwerk, viele Routen wurden eingestellt. Zusätzlich entschied man, mit der 757 aufgrund der knappen Reichweite nicht mehr nach Kontinentaleuropa zu fliegen. So wurde unter anderem die Hamburg-Route ab Oktober 2015 mit Boeing 767-300ER (ex United) bedient, welche oft leider eine ziemlich betagte Kabine aufwiesen. Mit hoher Zuverlässigkeit haben diese Flugzeuge leider auch nicht geglänzt.
Im Hochsommer 2016 wurden Boeing 767-400ER eingesetzt, bis auf einen einzelnen Einsatz Jahre zuvor die einzigen planmäßigen Einsätze dieses Flugzeugtyps nach Hamburg.

United Airlines Boeing 767-400ER im Sommer 2016 in Hamburg

Anfang 2017 wurde der Flug ziemlich kurzfristig auf einen saisonalen Flug umgestellt, sollte fortan nur noch von April/Mai bis Oktober durchgeführt werden, weiterhin mit Boeing 767-300ER. Dass viele Geschäftsreisende diese Verbindung wegen der alten Kabinen und der vergleichsweise hohe Verspätungsrate und Ausfallquote mieden wird dazu beigetragen haben, jedoch mit Sicherheit auch allianzstrategische Gründe.
In der Sommersaison 2018 kam auf der Strecke nochmal die Boeing 757 zu Ehren, Grund hierfür war eine deutlich geringere Verfügbarkeit der 767-300s aufgrund des Einbaus von neuen Kabinen.

Bereits nach dem letzten Abflug der Saison, die Flüge für 2019 waren bereits lange buchbar (mit Boeing 767), ließ United kurzerhand wissen, dass man nicht nach Hamburg zurückkehren werde. Das trotz einer Auslastung von fast 90% in 2018. Die Gründe sind vielseitig: der Rückgang der Anzahl von Geschäftsreisenden auf der Strecke durch schlechte Erfahrungen zuvor und der saisonalität, dazu entsprach die Strecke nicht Uniteds Anforderungen an eine saisonale Transatlantikroute. Beispielweise ist ein 70%iger Anteil von US-Amerikanern gerne gesehen, die Hamburger Strecke kam gerade auf 50%.


Fakten zur Strecke:

Erstflug: CO74, 09.06.2005, Boeing 757-200 (N67134)
Letzter Flug: UA865, 04.10.2018, Boeing 757-200 (N19141)

Transportierte Passagiere: 1.139.586
Durchgeführte Flüge: 7.979
Durchschn. Passagiere/Flug: 143
Umsteigeranteil: 46%
Anteil insgesamt geflogener Passagiere zw. Hamburg und New York: 35-40%

Die Flotte von United Airlines (Stand Februar 2019):

71 Airbus A319
99 Airbus A320
40 Boeing 737-700
141 Boeing 737-800
148 Boeing 737-900ER
12 Boeing 737MAX9
56 Boeing 757-200
21 Boeing 757-300
38 Boeing 767-300ER
16 Boeing 767-400ER
19 Boeing 777-200
55 Boeing 777-200ER
18 Boeing 777-300ER
12 Boeing 787-8
25 Boeing 787-9
4 Boeing 787-10

Bestellt sind zudem:

34 Airbus A319
45 Airbus A350-900
73 Boeing 737MAX9
100 Boeing 737MAX10
4 Boeing 777-300ER
13 Boeing 787-9
10 Boeing 787-10

Von Levent C. Mirlay

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