Interflug (IF/IFL)

Nachdem es bereits in den Vorjahren immer wieder im Rahmen der Messe in Leipzig Flüge zwischen BRD und der DDR gab, genehmigte der Bundesverkehrsminister am 24. Juli 1989 – mit Einverständnis der Alliierten Siegermächte – auch Flüge außerhalb der Messezeiträume. So nahm Lufthansa die Strecke Frankfurt – Leipzig, Interflug die Strecke Leipzig – Düsseldorf auf.
Nachdem man weitere Flüge genehmigte, nahm die Regionalfluggesellschaft DLT im Auftrag von Lufthansa die Strecke München – Leipzig auf, im Gegenzug eröffnete Interflug zum 1. Dezember 1989 die Strecke Dresden – Hamburg. Man flog zunächst montags und freitags, mit Tupolev Tu-134.

D-AOBF bei der Landung auf der Bahn 23, aufgenommen im April 1991. Foto: Reiner Geerdts | Coincat e.V.

Die Flüge durften zunächst nicht über die innerdeutsche Grenze geführt werden, was die Flugzeit durch den nötigen Umweg verlängerte. Erst im März 1990 wurde durch die Alliierten ein Luftkorridor für deutsch-deutsche Flüge eingerichtet, was die Flugzeiten erheblich verkürzte.
Zum Sommerflugplan 1990 erhöhte Interflug die Frequenz zwischen Dresden und Hamburg auf täglich und im August selben Jahres eröffnete man ein Stadtbüro am Ballindamm.
Ebenfalls ab August 1990 flog auch Hamburg Airlines die Strecke Hamburg – Dresden mit Dash 8. Zum Winterflugplan 1990/1991, quasi zur Wiedervereinigung, erhöhte Interflug die Frequenz nach Hamburg auf dreizehn wöchentliche Flüge, außer samstags war somit zweimal täglich eine Interflug Tu-134 in Fuhlsbüttel zu sehen.

Interflug ging es finanziell nicht gut, man flog kontinuierlich hohe Verluste ein. Nachdem das Bundeskartellamt eine angedachte Übernahme durch Lufthansa abgelehnt hatte ist die Airline am 7. Feburar 1991 liquidiert worden. Von der gesamten Flotte waren lediglich die drei geleasten Airbusse wirtschaftlich einsetzbar, die Flugzeuge russischer Bauart waren zu kostenintensiv im Betrieb. Fortan wurde die Strecke Hamburg – Dresden durch Hamburg Airlines und Lufthansa bedient.

Die Flotte von Interflug bestand zum Schluss aus 45 Flugzeugen:

7 Ilyushin Il-18
9 Ilyushin Il-62
19 Tupolev Tu-134
6 Let L-410
3 Airbus A310-300
1 Dash 8-100 (im Wetlease von Tyrolean Airways)

Von Levent C Mirlay

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