SOFIA zu Besuch in Hamburg

SOFIA ist nicht nur ein wohlklingender Frauenname, sondern in der Welt der Flugzeuge auch ein Begriff der vielen Interessierten und Spottern bekannt sein dürfte. SOFIA steht für „Stratopheric Observatory for Infrared Astronomy“.

Genaugenommen ist dies die Bezeichnung für das Teleskop, welches in einer Boeing 747SP-21 verbaut ist. Die Maschine mit der Konstruktionsnummer 21441/306 wurde ursprünglich für PanAm gebaut und hob das erste Mal am 25. April 1977 ab. Bereits am 6. Mai 1977 wurde sie mit der Registrierung N536PA und dem Namen „Clipper Lindbergh“ an die amerikanische Airline ausgeliefert. Nach knapp 9 Jahren flog die Maschine ab dem 13. Februar 1986 als N145UA für United Airlines. Am 20. Oktober 1994 führte sie ihren letzten Flug für United durch, welcher von San Francisco nach Houston führte. Es war übrigens die einzige, von 11 Boeing 747SP, welche in das „Battleship Grey“ lackiert wurde. Am 27. Oktober 1997 erwarb die NASA das Flugzeug und damit begann das neue Leben dieser besonderen Maschine.

Zunächst wurde die Boeing umfangreich umgerüstet und im hinteren Teil die Rumpfstruktur verstärkt, anschließend die bewegliche Tür für das Spiegelteleskop eingebaut. Es folgten Tests am Boden und später auch in der Luft ehe am 1. Juni 2003 das Teleskop installiert wurde. Am 26. April 2007, nach 10 Jahren am Boden, hob SOFIA das erste Mal wieder ab und führte einen ersten Testflug durch. Es sollte nun noch einmal 7 Jahre dauern bis zum „first light flight“, dem Flug auf welchem das erste Mal Licht auf den Spiegel des 2,5m Teleskop fällt. Am 25. Mai 2010 war es soweit.

 

 

Es folgten weitere Test- und Beobachtungsflüge bis die alte Dame Hamburg das erste Mal besuchen sollte. Am 28. Juni 2014 tauchte sie im morgendlichen Dunst, im Final der Bahn 23, auf und führte zunächst einen Low Approach mit ausgefahrenem Fahrwerk durch ehe sie landete. Es erfolgte nun ein knapp 6 monatiger D-Check bei den erfahrenen Herrschaften von Lufthansa Technik.

 

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Am 14. Dezember 2014 machte sich die Boeing 747SP-21 wieder auf den Weg zurück in die USA. Dabei wurde sie natürlich auch wieder von zahlreichen Spottern in allen Winkeln auf die Chips gebannt. Hier eine Auswahl aus den vielen Aufnahmen.

 

Aviation photo
N747NA at Hamburg – Fuhlsbuettel
by Lars Hentschel on netAirspace.com

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Das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) war am Tag des Abflugs ebenfalls am, oder besser gesagt, über dem dem Flughafen unterwegs um diesem bei zu wohnen wobei einige, sehr schöne, Aufnahmen entstanden sind.

 

SOFIA startet vom Flughafen Hamburg

SOFIA startet vom Flughafen Hamburg

 

Am 20. November 2017 sollte nun der Tag sein, an dem SOFIA nach Hamburg zurückkehrt. Einer Einladung folgend machte ich mich bereits am frühen Morgen auf den Weg zum Flughafen. Was mich letztendlich erwarten sollte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Auf dem Vorfeld 2 angekommen hatten wir zunächst Gelegenheit einige andere Flugzeuge abzulichten, doch dann zeigte sich am Horizont eine markante Silhouette ab und man brachte sich in Position um N747NA auf den Chip zu bannen. Elegant setzte sie auf dem Bahnkreuz auf.

 

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Nach dem Aufsetzen mussten wir auch schon so schnell wie möglich in das Auto und wurden auf direkten Weg, über das Vorfeld der Lufthansa Technik, zu unserem Objekt der Begierde gebracht. Ab diesem Zeitpunkt glühte der Chip.

 

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Nachdem die Crew das Flugzeug verlassen hatte wurde es spannend, denn wir durften tatsächlich in das Flugzeug rein und uns ein genaues Bild machen, eine Chance die wohl nicht besonders viele, außenstehende Personen erhalten.

 

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Faktencheck (Quelle: www.dlr.de)

  • Start der Entwicklungsphase: Januar 1997
  • Erster Testflug 26. April 2007
  • Beginn des Wissenschaftsbetriebs Dezember 2010
  • Geplante Betriebsdauer: 20 Jahre
  • Jährliche Beobachtungsflüge: ca. 120
  • Teleskop-Plattform: Boeing 747SP
  • Gleittür als Teleskopöffnung auf der Backbord-Seite des hinteren Rumpfes
  • Flughöhe für astronomische Beobachtungen: 12 km bis 14 km
  • Beobachtungszeit in 12 km Höhe: bis zu 8 Stunden
  • Gesamtbeobachtungszeit pro Jahr: ca. 1000 Stunden
  • Temperatur im Teleskopraum (12 km Höhe): 210 bis 230 K
  • Betriebsmannschaft im Flug: 3 Personen im Cockpit
  • 15-30 Operateure/Wissenschaftler/Gäste
  • Heimatflughafen: Armstrong Flight Research Center AFRC Bldg. 703 Palmdale, Kalifornien und regelmäßige Missionen in die südliche Hemisphäre nach Christchurch, Neuseeland.