Gedankenflüge zu: Wo bleibt mein Koffer?

Diese Frage stellt man sich am Hamburger Flughafen in der letzten Zeit wohl öfter wenn man sich die regionalen Medien durchliest.

Nun, ich selber kann da nicht aus erster Hand berichten, denn mein letzter Flug liegt schon neun Jahre zurück und es gab damals keinerlei Probleme an der Gepäckausgabe, aber ich möchte trotzdem ein paar Worte dazu verlieren welche meine persönliche Meinung wiederspiegeln. Im Hamburger Abendblatt ist jüngst ein Artikel erschienen in dem von Wartezeiten berichtet wird, die gelegentlich bei mehr als 90 Minuten liegen sollen. Erklärt wird das Ganze mit der aktuellen Vorfeldbaustelle und einer angespannten Personalsituation. 50 Arbeitsplätze sollen zur Zeit unbesetzt sein. Ich kann mir das eigentlich gar nicht vorstellen. Flughafen, interessanter Arbeitsplatz mit einem tollen Flair. Hier weiß ich genau, wovon ich rede, habe ich doch selber einige Jahre am Flughafen gearbeitet und zwar sehr gerne. Das ist natürlich auch dem Umstand geschuldet, dass mein Hobby hier stattfindet. 

Als ich damals im Sicherheitsgewerbe am Hamburg Airport eingestellt wurde, bei einem privaten Sicherheitsunternehmen, betrug mein Einstiegslohn ganze 7,22€ in der Stunde. Das macht bei 40 Stunden in der Woche und Steuerklasse 1 ganze 963,90€ – Netto! Was davon übrig bleibt, kann man sich ja ausrechnen.

Um die Brücke zurück zu schlagen: Bei den Bodenverkehrsdiensten am Hamburg Airport beträgt der Einstiegslohn, laut dem Artikel im HA, um die 9€. Bei gleichen angenommenen Wochenstunden und Steuerklasse 1 kommen wir da auf 1145,33€.

Sorry, für die körperlich schwere Arbeit in geduckter Haltung in einem Flugzeugrumpf muss da einfach mehr rausspringen und da darf man sich nicht wundern, wenn sich  nicht genügend qualifizierte Bewerber finden. Ich würde mir für das Geld auch nicht den Rücken kaputt machen wollen. 

Wenn man, grob gerechnet, zu zweit 1235€ Arbeitslosengeld 2 erhalten kann (wie es in meinem Fall wäre), dann braucht man sich nicht wundern… 

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