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Die Fluglärmdebatte
#1
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Moin zusammen,

kaum ein Thema, im Zusammenhang mit dem Hamburger Flughafen, erhitzt derzeit die Gemüter mehr als die Fluglärmdebatte. Die Medien in Hamburg haben in den letzten Monaten sehr für die Gegner des Fluglärms publiziert und durchweg deren Standpunkte wiedergegeben. Diese Haltung ist nun dabei sich zu ändern.

Die Gegner des Fluglärms fordern in gemäßigter Form eine Ausweitung des Nachtflugverbotes von 23-6uhr auf 22-6uhr. Die radikale Front fordert gar eine Schließung des Hamburger Flughafens an seinem jetzigen Standort und einen Neubau an anderer Stelle (Kaltenkirchen oder Lüneburger Heide). Diskussionen zu diesem Thema werden auf deren Facebookseiten nicht zugelassen, geschweige denn andere Meinungen, diese werden umgehend gelöscht was dazu führt, dass man die Betroffenen nicht ernst nehmen kann.

Hier nun eine umfangreiche Zusammenfassung (Die Artikel des Hamburger Abendblattes sind so zu öffnen: Artikel Überschrift kopieren, bei Google einfügen, suchen und erstes Suchergebnis anklicken):

Artikel im Heimat Echo - Hier geht es um eine Forderung aus Duvenstedt zur Einstellung von Sichtanflügen

Artikel bei taz.de - Sprecher der BAW, Martin Mosel, scheitert mit einer Bürgerinitiative wegen Lärm- und Geruchsbelästigung gegen den Corfugrill in Eimsbüttel und zieht als "Vertriebener" in die Einflugschneise des Hamburger Flughafens

Artikel im Hamburger Abendblatt vom 04.12.12 - 1200 Unterschriften gegen die Einstellung von Sichtanflügen gesammelt

Artikel im Heimatecho - Duvenstedter fühlen sich nicht ernst genommen

Artikel im Hematecho - Fluglärm in Duvenstedt jetzt Thema im Rathaus

Artikel im Heimatecho - Lautstarker Protest gegen Fluglärm in Hamburg

Artikel im Hamburger Abendblatt vom 02.10.14 - Geplanter Überflug einer Boeing 747-8 sorgt in Hamburg für Ärger

Artikel im Hamburger Abendblatt vom 11.11.14 - Fluglärmgegner schmieden eine Nord-Allianz gegen Fluglärm

Artikel auf airliners.de vom 14.01.15 - Hamburger Umweltausschuss beschließt 16 Punkte Plan gegen Fluglärm


Artikel auf airliners.de vom 31.07.15 - Gebühr für späte Landungen in Hamburg steigt


Video auf Hamburg1 vom 02.09.15 - sollte man sich anschauen! Sprecher der BAW ist den Fragen des Moderators ausgetzt und argumentiert mit Gegenfragen.


Artikel auf shz.de vom 07.01.16 - Bürgerinitiative droht mit Klage

Artikel im Hamburger Abendblatt vom 09.01.16 - Der Fluglärm in Hamburg sorgt weiter für Ärger

Artikel in der Welt vom 10.01.16 - Mehr statt weniger Fluglärm am Flughafen Hamburg

Artikel auf hamburg-aviation.de vom 26.04.16 - Flughafen Hamburg startet Pünktlichkeitsoffensive zum Abbau von Verspätungen nach 23uhr

Artikel im Hamburger Abendblatt vom 29.06.16 - Hamburger klagen über Lärm, immer mehr Flüge in der Nacht

Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich die Hamburger Presse meiner persönlichen Meinung nach, eindeutig vor den Karren spannen lassen und keinen ausgewogenen Journalismus betrieben. Erstmals ist im nächsten Artikel ein Satz wie dieser zu finden:

Zitat:Es gebe einige Betroffene, die sich immer häufiger und energischer beschwerten.

Artikel im Hamburger Abendblatt vom 09.08.16 - So viele Fluglärmbeschwerden in Hamburg wie nie

Artikel im Hamburger Abendblatt vom 09.08.16 - Fluglärm-initiative BAW forder den Neubau eines Flughafens in Munster

Artikel in der Bild vom 29.08.16 - Der Schmu mit dem Fluglärm (erstmals wird davon gesprochen, dass die große Anzahl an Beschwerden auf ein automatisiertes Verfahren zurückgehen könnte)

Artikel in der Bild vom 29.08.16 - Martin M. - Hamburgs größter Fluglärmnörgler

Artikel in der Welt vom 03.09.16 - Wie 300 Fluglärmgegner Hamburg unter Druck setzen
Zitat:Mit 17.000 Beschwerden verzeichnet Hamburg allein im August fast so viele wie im gesamten ersten Halbjahr. Doch es gibt nur wenige Beschwerdeführer. Offenbar ist eine Spezial-Software im Einsatz.

Artikel in der Bild vom 03.09.16 - Mal fix in acht Klicks über Fluglärm beschweren

Artikel im Abendblatt vom 28.09.16 - 200.000€ für zusätzlichen Lärmschutz

Artikel in der Bild vom 08.10.16 - Rathaus intern

Artikel im Abendblatt vom 01.11.16 - Hamburger können sich jetzt online über Fluglärm beschweren

Artikel im Abendblatt vom 07.01.17 - Hamburg Airport: Neuer Lärmrekord in Fuhlsbüttel

Sollten euch weitere Artikel bekannt sein, könnt ihr diese gerne hier posten und es darf natürlich auch gerne diskutiert werden.

Beste Grüße, Timo
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#2
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Moin zusammen,

ich habe lange überlegt, ob ich zu diesem sensiblen Thema etwas schreiben soll, denn ich kann, zugegebener Maßen, bei diesem Thema nicht unparteiisch sein, da mein Hobby unmittelbar betroffen ist.

Ich verfolge die Fluglärmdebatte schon viele Jahre und wenn einer betroffen sein müsste, dann ich, wohne ich doch näher am Flughafen als manch einer, der sich z.B. aus Ahrensburg oder Bargteheide in zyklischer Regelmäßigkeit beschwert. Von meinem Balkon, immerhin im 13. OG, bis zum Kreuz des Start- und Landebahnsystems sind es genau 6,89Km. Ist ja ganz schön nah dran denkt man jetzt vielleicht. Wenn ich nun aber sage, dass ich in der Röntgenstraße aufgewachsen bin, sieht das aber schon ganz anders aus. Von meiner Haustür dort waren es genau 270m zum Flughafenzaun und 1,69Km zum Bahnkreuz. Das ist doch mal ein ganz anderer Schnack, oder? Der Albtraum eines jeden fluglärmgeplagten Anwohners der offenkundig zum Flughafen zwangsumgesiedelt wurde.

Ich muss aber auch mal eine Lanze brechen für die Betroffenen: Lärm ist ganz klar ein subjektives Empfinden. So habe ich zum Beispiel kein Problem mit den akkustischen Hinterlassenschaften eines  Flugzeugs, ich kann das wunderbar überhören. Mein persönlicher Lieblingskandidat für Lärm ist z.B. die Bundesstraße B432, welche direkt an meinem Haus vorbeiführt. Was dort tagtäglich an Krankenwagen, Polizei und Feuerwehr vorbei rauscht, ist an manchen Tagen fast nicht zählbar. Der Schall entweicht nicht seitlich, sondert findet mit absoluter Zielsicherheit seinen Weg nach oben, durch die Balkontür, direkt in meinen Gehörgang. Oftmals übertönen die Sirenen meinen Fernseher und das ist dann eine Lärmkulisse die man sich auch nicht mehr schön reden kann.

Ich akzeptiere diese allerdings ohne Murren und Knurren, denn es geht dort oft um Menschenleben und man kann froh sein, wenn man auch mal in die Situation kommt und einen Krankenwagen in Anspruch nehmen muss. Dieser kann dann, ebenfalls mit Martinshorn und Sonderrechten, schnell zum Krankenhaus fahren.

Im Bezug auf die Fluglärminitiativen kann ich mich immer wieder nur wundern, haben sie ihr Kompetenzzentrum doch im Duvenstedter Brook und drum herum errichtet. Von dort, aus dem Bezirk Wandsbek kamen, alleine im Jahr 2015, 4147 Beschwerden. Im Jahr 2014 waren es noch um die 1000. Das entspricht einem Anstieg von 314,7%!
Aus dem Kreis Stormarn kamen im Jahr 2014 um die 50 Beschwerden, im Jahr 2015 waren es dann 2394 Beschwerden. Das entspricht einem Anstieg von sagenhaften 4688%. Sorry, aber das kann meiner Meinung nach nicht mit rechten Dingen zugehen. Bis zum Jahr 2014 war alles schick und mit einmal fühlen sich alle von Fluglärm gestört? Unglaubhaft!

So, erstmal die Gedanken sortieren. Ich gebe ab, an den Nächsten  Smile

VG, Timo
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#3
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Ich sehe das ziemlich ähnlich wie Du, Timo.

Lärm wird immer dann zur Belastung, wenn man sich darauf eingeschossen hat und nur darauf lauert. Solange man einem Geräusch nicht viel Bedeutung bzw. Gewichtung beimisst, wird es auch nicht zum Störfaktor. Man kann das sogar lernen und es ist auch auf viele andere Lebenssituationen übertragbar.

Was die Mitglieder und allen voran den Sprecher der BAW bewegt, kann man nur Mutmaßen. Ich denke es geht denen eigentlich nicht um den Fluglärm als solches. Auch in Hinsicht auf die Vergangenheit des Sprechers habe ich vielmehr das Gefühl, dass es diesen Menschen darum geht, sich irgendwie / irgendwo zu behaupten und die eigene Meinung - auch auf Kosten vieler anderer - durchzusetzen. Ich habe diesen Menschen noch nicht persönlich getroffen und hätte auch wenig Interesse daran. Er hat mit seinem öffentlichen Auftreten und seiner unaufhörlichen Propaganda versucht ein Meinungsbild zu schaffen, welches einfach nicht der Realität entspricht. Hinzu kommt, dass seitens der Beschwerdeführer gar keinen Wunsch nach einem Dialog gibt. Jede anderslautende Meinung, welche darüberhinaus mit Fakten untermauert wurde, ist zenziert worden. Erschreckenderweise haben in der Vergangenheit einige Redakteure offensichtlich ohne jegliche Hinterfragung die Behauptungen der BAW übernommen. Gebetsmühlenartig ist in fast jedem Beitrag zum Thema der Name "Martin Mosel" gefallen. Und jedem Bericht nach ist die Situation laut eben diesem immer und immer unerträglicher geworden.

Nun ist endlich der erste Schritt seitens der Medien getan und es wurde mal hinterfragt, wo dieses "immer unerträglicher" herkommt. Immer unerträglicher ist demnach ausschließlich die Art und Weise, wie die BAW und im speziellen deren Sprecher für Unglaubwürdigkeit seitens der Beschwerdeführer sorgt.
Leider hilft es auch nicht, die Lügen und Propaganda der BAW zu ignorieren. Wohin das führt, haben das Hamburger Abendblatt und Co. gezeigt. Wir können nur hoffen, dass weiter recherchiert wird, und diesen wirklich nervigen Zeitgenossen Hamburgs der Wind aus den ohnehin kleinen Segeln genommen wird.
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#4
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Moin zusammen,

in der Artikelsammlung ist unten ein neuer Link hinzugekommen.

VG Timo
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#5
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Moin zusammen,

wenn es stimmt, was die Bild schreibt, sind die Flüge nach 23uhr seit Juni 2016 um 34% zurück gegangen. Zu lesen etwas weiter unten.

http://www.bild.de/regional/hamburg/mark....bild.html

Viele Grüße, Timo
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#6
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Moin zusammen,

gerade beim Abendblatt einen Artikel von heute entdeckt. 

http://www.abendblatt.de/hamburg/article...weren.html

Ich bin mal gespannt um wie viel tausend Prozent die Beschwerden jetzt ansteigen werden  Dodgy

VG, Timo
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#7
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Wieder mal etwas neues aus dem Abendblatt:

http://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg...ettel.html

Manchmal frage ich mich, wer da so recherchiert  Dodgy
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#8
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Moin zusammen,


die Umweltbehörde hat gestern die Zahlen der Fluglärmbeschwerden für das Jahr 2016 veröffentlicht. Insgesamt gingen 86.120 Beschwerden von 751 Personen ein. Das macht 114,67 Beschwerden pro Person im letzten Jahr. Von diesem 86.120 Beschwerden kommen 54.079 nicht einmal aus Hamburg selber, sondern aus Schleswig-Holstein. 51.689 davon aus dem Kreis Stormarn. Ja, man mag es kaum glauben, aber 23,09km vom Aufsetzpunkt der Bahn 23 entfernt, leben in Elmenhorst 99 Personen die zusammen 28.237 Beschwerden eingereicht haben. Das macht 285,22 Beschwerden pro Jahr!

Die Gesamtzahlen der Bezirke:
  • Altona - 11.929 Beschwerden von 114 Personen
  • Nord - 8.054 Beschwerden von 149 Personen
  • Eimsbüttel - 804 Beschwerden von 49 Personen
  • Wandsbek - 9.720 Beschwerden von 148 Personen
  • Mitte - 85 Beschwerden von 34 Personen
  • Harburg - 5 Beschwerden von 1 Person
  • Bergedorf - 4 Beschwerden von 3 Personen
Man könnte jetzt annehmen, dass diese Zahlen die Verteilung des Fluglärms wiederspiegeln, wenn man schaut wie viele Beschwerden beispielsweise aus Altona (Bereich Bahn 05/23) und Harburg kommen, aber weit gefehlt. Bei genauerer Betrachtung fällt schon sehr auf, dass dort entweder mit automatisierter Beschwerdeführung vorgegangen wird oder das dort einzelne viel viel Zeit investieren um Druck aufzubauen auf Stadt und Flughafen.

Nehmen wir zum Beispiel den Bezirk Altona mit den Stadtteilen Nienstedten, Rissen und Sülldorf. Von den insgesamt 11.929 Beschwerden entfallen 10.423 auf diese drei Stadtteile, eingereicht von 26 verschiedenen Personen. Das macht 400,88 Beschwerden PRO Person! Die übrigen 1.506 Beschwerden entfallen auf die restlichen Stadtteile des Bezirks.

Auch in den Bezirken Nord und Wandsbek gibt es solche Ausreißer. 

Macht euch gerne ein eigenes Bild: http://www.hamburg.de/contentblob/790718...k-2016.pdf

Beste Grüße, Timo
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#9
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Moin zusammen,

was ich oben bereits geschrieben habe, hat die Bild Hamburg ebenfalls aufgegriffen, dazu mehr hier: http://www.bild.de/regional/hamburg/flug....bild.html

Im Artikel wird auch von der "FGE-Fluglärmgeplagte Gemeinde Elmenhorst" gesprochen. Schaut euch mal die Facebookseite an...

https://www.facebook.com/FGE-Flugl%C3%A4...193347048/
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#10
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Moin zusammen,

es gibt etwas neues zum Thema. Der BUND startet eine Unterschriftensammlung. Ziel ist es, die Betriebszeiten des Flughafens zu verkürzen.

Hier geht es zum Artikel

VG, Timo
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